Ein Vogel mit Apple Vision Pro gewinnt einen Kunstpreis. Klingt absurd. War es auch.
Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet dieses Bild gewinnt.
Nicht weil ich ihm das nicht zugetraut hätte. Sondern weil es kein einfaches Bild ist. Es liefert keine schnelle Pointe, es erklärt sich nicht von selbst und es schlägt einem nicht mit dem Thema ins Gesicht. Ein Rosenbrust-Schnäpper sitzt auf einem Ast vor neongrünem Hintergrund. Er trägt eine Apple Vision Pro. Das war's. Der Rest passiert im Kopf des Betrachters.
Und dann gewinnt dieses Bild beim Karlsruher Kunstpreis den Publikumspreis. Abgestimmt von echten Menschen, nicht von einer Fachjury. Das hat mich erwischt.
Was "Flucht in die Illusion" eigentlich ist
Das Bild ist Teil meiner Reihe Vermächtnis. Ein Meter auf einen Meter, großformatiger Druck. Und es stellt Fragen, die mich seit Jahren nicht loslassen: Warum flüchten wir so bereitwillig in digitale Räume? Was suchen wir dort, was wir hier nicht finden? Und was passiert mit uns, wenn die virtuelle Welt irgendwann echter wirkt als die echte?
Ich liefere keine Antworten. Das ist nicht meine Aufgabe. Aber ich will, dass jemand vor diesem Bild steht und kurz innehält. Dass er sich ertappt fühlt. Oder wiederfindet. Beides geht.
Das Bild hängt jetzt in einer Banksammlung. Und das ist gut so.
Die Sparkasse Karlsruhe hat das Werk angekauft. Es ist jetzt Teil ihrer öffentlichen Sammlung.
Ich sage das nicht, um einen Verkauf zu feiern. Ich sage es, weil es einen Unterschied macht, wo ein Bild landet. Ein Werk, das niemand sieht, hört auf zu wirken. Eines, das in einem öffentlichen Raum hängt, führt Gespräche ohne mich. Es trifft Menschen, die nicht in eine Galerie gegangen wären. Die zufällig vorbeikommen. Die es vielleicht gar nicht suchen.
Das ist die Art, wie ich Kunst zeigen will. Nicht hinter Glas und Eintrittspreis. Einfach da.
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