Eine Illustration für das Stadtbad Halle. Und warum dieser Ort für mich mehr ist als nur Geschichte.
Manche Orte begleiten einen durchs ganze Leben, ohne dass man es merkt. Das Stadtbad in Halle ist für mich so ein Ort. Als Kind war ich hier fast jeden Sonntag mit meiner Mama schwimmen. Das warme Wasser, der Geruch nach Chlor und Stein, die hohen Fenster, all das ist geblieben. Und trotzdem ist es ein Ort im Wandel. Ein Ort, der um seine Zukunft kämpft.
Als mich der Förderverein “Zukunft Stadtbad Halle e. V.” fragte, ob ich ein Werk für eine Benefizauktion spenden möchte, war für mich sofort klar: Ich mache mit. Und nicht einfach mit einem Bild aus dem Archiv. Sondern mit einem neuen Werk, eigens für diesen Anlass. Ich wollte meine Verbindung zu diesem Ort sichtbar machen. Und etwas beitragen, das bleibt.

Eine Taube, ein Turm, eine Geschichte
Das Werk heißt “Hoffnung für das Stadtbad”. Es zeigt eine weiße Taube. In ihren Krallen hält sie den Turm des Stadtbades. Nicht als Last, sondern als kostbare Fracht. Die Taube ist nicht zufällig gewählt. Sie steht für Fürsorge, für Bewegung, für Schutz, für Hoffnung. Vielleicht ist sie ein Bote. Vielleicht eine Wächterin. Vielleicht auch ein wenig beides.
Das Stadtbad selbst wird hier zum Symbol. Für Erinnerung. Für Wandel. Für die Frage, was uns Orte bedeuten und wie sehr wir bereit sind, für ihren Erhalt einzustehen. Für mich ist dieses Bild Teil meiner Reihe “Vermächtnis”. Jedes Motiv dieser Serie trägt eine Spur von mir, meiner Geschichte und dem, was ich der Welt hinterlassen möchte.

Kunst für eine gute Sache
Die Auktion begann mit der Veröffentlichung der achten Folge des Podcasts “Die Stadtbadretter” am 19. April 2025. Wer mitbieten wollte, konnte sein Gebot bis zum 25. April per E-Mail abgeben. Der gesamte Erlös floss direkt in die Sanierung der irisch-römischen Sauna des Stadtbades. Sie ist einer der architektonisch und kulturell wertvollsten Bereiche des Gebäudes.
Die Grafik wurde für 800 Euro ersteigert. Der Käufer, Peter Felicetti, ist in Halle geboren und hat, wie ich, im Stadtbad schwimmen gelernt. Er nannte das Werk “ein Vermächtnis für das Stadtbad”. Das hat mich tief bewegt. Denn es zeigt, wie sehr ein einzelnes Bild berühren und verbinden kann.
Nachklang
Nach der Wiedereröffnung wird das Werk öffentlich im Stadtbad hängen. Es bleibt nicht bei einer Geste. Es wird Teil eines neuen Kapitels. Genau das ist es, was mich an solchen Projekten begeistert. Wenn Kunst nicht nur an der Wand hängt, sondern im Leben von Menschen ankommt.
Für mich war diese Spende keine Pflicht, sondern ein Geschenk. An einen Ort, der mir viel bedeutet. Und an eine Stadt, die ich auf ihre eigene, oft kantige Art sehr liebe.